23. März 2026

Tuttlingen/Köln – Großer Erfolg für den Technik-Nachwuchs aus Tuttlingen: Beim Bundesfinale der RoboCup German Open, das vom 11. bis 14. März in Köln im Rahmen der Bildungsmesse didacta stattfand, konnten Schülerinnen und Schüler des Schülerforschungszentrums Südwürttemberg - Standort Tuttlingen herausragende Ergebnisse erzielen. Insgesamt neun Teams hatten sich zuvor über regionale Qualifikationen für das Bundesfinale des internationalen Nachwuchswettbewerbs RoboCup Junior qualifiziert – und kehrten mit einem deutschen Meistertitel, einer WM-Qualifikation und zahlreichen starken Platzierungen zurück.

Der RoboCup gilt weltweit als eines der bedeutendsten Technologieevents für intelligente Robotik in Forschung und Bildung. Mit dem Wettbewerb RoboCup Junior erhalten Schülerinnen und Schüler bis 19 Jahre die Möglichkeit, ihre selbst entwickelten Roboter in anspruchsvollen Aufgabenfeldern zu testen und sich über nationale Wettbewerbe bis hin zu internationalen Meisterschaften zu qualifizieren.

Für den größten Erfolg sorgte das Team „RRR Kabelmüsli“ in der Kategorie Rescue Maze, der technisch anspruchsvollsten Disziplin des Wettbewerbs. Nach einem spannenden Wettkampf sicherten sich Joel Dankert, Simon Müther, Felix Hafner und David Schumacher (alle Gymnasium Spaichingen) den Titel des Deutschen Meisters. Nach den ersten Läufen lag das Team zunächst noch auf dem zweiten Platz, konnte jedoch am zweiten und dritten Wettbewerbstag seine Stärke eindrucksvoll unter Beweis stellen und sich schließlich verdient an die Spitze des Feldes setzen. Mit diesem Sieg qualifizierten sich die vier Schüler zugleich für die RoboCup-Weltmeisterschaft, die vom 30. Juni bis 6. Juli in Südkorea stattfinden wird.

In der Kategorie Rescue Maze müssen die Teams Roboter entwickeln, die völlig autonom durch ein komplexes Labyrinth navigieren. Dieses besteht aus mehreren Ebenen, Rampen, Treppen und teilweise versteckten Räumen. Mithilfe von Kameras und selbst entwickelten KI-Systemen müssen die Roboter Buchstaben und Farbmarkierungen an den Wänden erkennen. In der Nähe dieser Markierungen legen sie sogenannte Rescue Kits – kleine Hilfspakete für simulierte Opfer – ab. Anschließend müssen die Roboter mithilfe einer autonomen Kartierung selbstständig den Weg zurück zum Startfeld finden.

Auch die weiteren Tuttlinger Teams erzielten in dieser Kategorie sehr gute Ergebnisse. Das Team „Ich muss überlegen“ mit Alicja Madurska erreichte den 13. Platz, während das Team „2legit2quit“ mit den Geschwistern Sara, Adnan und Batoul Al-Halabi den 14. Platz belegte und damit das starke Tuttlinger Ergebnis in der Königsdisziplin komplettierte.

Auch im Einsteigerwettbewerb Rescue Maze Entry war der Standort Tuttlingen mit insgesamt sechs Teams vertreten. In dieser Kategorie müssen, die selbst gebauten Roboter ein unbekanntes Labyrinth autonom erkunden, Hindernisse und Rampen überwinden sowie Farbfelder auf dem Boden erkennen. Bestimmte Felder dürfen nicht befahren werden, während an anderen automatisch Rescue Kits abgelegt werden müssen. Nachdem das Labyrinth vollständig erkundet wurde, muss der Roboter schließlich eigenständig zum Startfeld zurückfinden.

Besonders knapp am Podium vorbei schrammte Ella Spanier mit ihrem Team „Mazerunner“. Mit einem starken vierten Platz verpasste sie nur knapp eine Medaille. Ebenfalls erfolgreich verlief die erste Teilnahme für das Team „ProgrammPros 2.0“ mit Alimert Sükün und Constantin Stebel, die mit Platz zehn direkt eine Top-10-Platzierung erreichten. Direkt dahinter folgte das Team „Best Robotics“ mit David Wangerin und Adrian Molitor auf dem elften Platz.

Auch die weiteren Tuttlinger Teams konnten bei ihrer ersten Teilnahme am Bundesfinale gute Ergebnisse erzielen. Maksym Chernenko belegte als Team „VKL“ den 24. Platz, Gabriel Stecker erreichte mit seinem Team „Lego Masters“ Platz 33, Felix Kopp und Silas Truppe kamen als Team „Wall-E“ auf Platz 43 und Johannes Grässlin belegte Platz 50.

Mit einem deutschen Meistertitel, einer WM-Qualifikation und zahlreichen starken Platzierungen unterstreichen die Schülerinnen und Schüler des SFZ-Standorts Tuttlingen eindrucksvoll ihr technisches Können und ihren Teamgeist. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass viele der Teams erstmals beim Bundesfinale antraten und sich direkt im starken nationalen Teilnehmerfeld behaupten konnten. Nun richtet sich der Blick nach Südkorea: Dort wird das Team „RRR Kabelmüsli“ Deutschland bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in Südkorea vertreten und versuchen, mit innovativer Robotik aus Tuttlingen auch international zu überzeugen.