13. Dezember 2023

Friedrichshafen/New York/Dubai: Vor vier Jahren, als 14-jährige Jungs, begannen Moritz Gassmann und Mattis Kley zusammen mit ihren Betreuern vom SFZ-Standort Friedrichshafen, einen Solarkatamaran zu entwickeln. Nach einigen Höhen und Tiefen wollten die beiden Jungforscher ihr Schülerprojekt bereits aufgeben, doch ihr Betreuer motivierte sie dazu weiterzumachen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Inzwischen hat der Katamaran die Bodenseezulassung, verfügt über eine unbegrenzte Reichweite bei Tageslicht und wird von verschiedenen Schulen am Bodensee für Gewässeruntersuchungen eingesetzt. Aber auch hier endet die Erfolgsgeschichte noch nicht:

Im Oktober erhielten die inzwischen 18-jährigen SFZ‘ler die einmalige Gelegenheit, ihr Projekt als Jugendbotschafter des Zayed Sustainability Prize auf der Climate Week in New York City vorzustellen. Der Concordia-Jahresgipfel, der während der Generalversammlung der Vereinten Nationen stattfand, bringt führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Regierung und gemeinnützigen Organisationen aus aller Welt zusammen. In diesem Jahr nahmen mehr als 3000 Teilnehmer aus 95 Ländern an diesem globalen Forum teil. Dankenswerterweise wurde die Teilnahme durch die Zeppelin GmbH aus Friedrichshafen finanziell unterstützt. „Die Präsentation im Hauptprogramm vor laufenden Kameras und hochrangigen internationalen Regierungsvertretern sowie die anschließende Fragerunde war für uns eine besondere Herausforderung“ stellte Mattis Kley fest. „Besonders auch deshalb, weil alles auf Englisch erfolgte“, ergänzte Moritz Gassmann. Ein weiteres Highlight war ihre Teilnahme an einer Diskussionsrunde über aktuelle Klimapolitik am Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate, bei der sie sich mit Jugendvertretern aus der ganzen Welt trafen und mit Sultan Al Jaber, dem Präsidenten der COP 28, diskutierten.

Kurz nach ihrer Rückkehr aus New York erhielten die beiden jungen Forscher daraufhin die spektakuläre Einladung zur COP28 nach Dubai. Diese besondere Ehre wurde nur wenigen zu Teil. Moritz und Mattis durften zusammen mit 26 weiteren Schülerinnen Schülern, vornehmlich aus dem globalen Süden, als „Stimme der Jugend“ an der Weltklimakonferenz teilnehmen. Die beiden Schüler wurden von Manuel Vogel, Vorstandsmitglied des SFZ, nach Dubai begleitet. Es waren sieben Tage voller Gespräche, Verhandlungen und Programm in der Expo City Dubai. Ein Highlight folgte auf das Nächste: Bei der Verleihung des Zayed Sustainability Prize durften Moritz und Mattis in der Kategorie „Highschools“ ihr Projekt einem Publikum von rund 70 Staats- und Regierungschefs, den diesjährigen Finalisten und Preisträgern, ausgewählten vormaligen Preisträgern sowie Sponsoren der COP28 vorstellen. Der Austausch mit Jugendlichen aus anderen Nationen über neueste Technologien und Produktinnovationen war ein absoluter Mehrwert für Mattis und Moritz, den sie nutzten.

Mit Segelolympiasiegerin Anne-Marie Rindom entstand unter dem Motto "Sailing success: From olympic triumph to sustainable seas" ein spannendes und kurzweiliges Gespräch über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten nachhaltiger Lösungen für die Weltmeere.

Auch Robin Mesarosch, Mitglied des Ausschusses für Klimaschutz und Energie im Bundestag, nahm sich Zeit für ein Gespräch mit den beiden SFZ´ler, in dem es u. a. über das SFZ Südwürttemberg als Ort für Umwelt- und Klimaschutzprojekte von Schülerinnen und Schüler ging.

Auf ganzer Linie überzeugt haben Mattis und Moritz vor allem durch ihre Leidenschaft für ihre Projekt und ihr Durchhaltevermögen über viele Jahre Bau- und Entwicklungszeit. „Der SFZ-Standort Friedrichshafen fühlt sich durch die Einladung zum Concordia-Gipfel und COP28 geehrt und darin bestätigt, auch weiterhin Projekte im Bereich Solarenergie und Nachhaltigkeit zu verfolgen“, so die beiden Standortleiter Christian Heide und Burkhard Mau.

"Natürlich kann die hohe Teilnehmerzahl in Dubai kontrovers diskutiert werden. Für Mattis und Moritz, die wir als SFZ in ihren Klimaprojekten voll unterstützen, war die Teilnahme eine Bereicherung, um ein Netzwerk in den Graswurzelbewegungen aufzubauen und ihre Arbeit weltweit zu multiplizieren. Und damit erhält auch das SFZ nicht nur Zugang zu Netzwerken, die junge Menschen in solchen Projekten unterstützen, sondern in diesen Netzwerken auch eine entsprechende Bedeutung", so das Fazit von SFZ-Vorstandsmitglied Manuel Vogel.

Das nächste Solarprojekt am Standort Friedrichshafen ist auch bereits in vollem Gange: ein Team aus mehr als 15 Schülerinnen und Schülern aus 4 Schulen hat sich zum Ziel gesetzt, als erstes Schülerteam überhaupt an der iLumen European Solar Challenge 2024 in Belgien teilzunehmen. Durch sehr gute Gespräche auf der COP28 mit Prof. Gunter Pauli (Gründer der Blue Economy), Robert Niven (CEO / Gründer von Carbon Cure), Jacob vom Breaking Lab-youtube Kanal, Judith Diment (Rotary International) und weiteren Politikern aus aller Welt, schafften es Moritz und Mattis für das Projekt zu werben.